Kündigung der Pensionskasse – was nun?
Frage:
Auf Ende Oktober 2009 wurde von der Pensionskasse der Vertrag mit meinem Arbeitgeber gekündigt.
Seither ist mein Arbeitgeber keiner Pensionskasse mehr beigetreten und er erzählt mir, dass er nun automatisch bei der Auffanggesellschaft BVG sei.
Ich habe jedoch noch nie einen “Versicherungsausweis” von der Auffanggesellschaft erhalten.
Ich wechsle auf Ende Januar 2011 meinen Job und trete dann einer anderen Pensionskasse bei.
Ich frage sie nun, habe ich jetzt ein Beitragsloch?
Wo sind meine Pensionskassenbeiträge seit dem 1.11.2009 hingewandert?
Wo sind die Beiträge meines Arbeitgebers?
Karl B. 51 SG
Antwort:
Es ist korrekt, dass wenn Ihr Arbeitgeber sich keiner neuen Pensionskasse anschliesst, üblicherweise nach 30 Tagen die Auffanggesellschaft BVG informiert werden sollte und es zu einer Aufnahme in die Auffanggesellschaft BVG kommt. Dabei sollten – wenn keine anderweitigen Probleme vorliegen sowohl Ihre Beiträge, als auch diejenigen des Arbeitgebers zur Auffanggesellschaft gelangen. Da ich noch nie einen Fall “miterlebt” habe, fragte ich noch einen Spezialisten an: Diesen Beitrag weiterlesen »
Sparendisziplin mit Fondssparplan und Säule 3a
Frage:
Guten Tag Frau Zwicky,
Leider gelingt es mir nicht, Geld beiseite zu legen. Ich bin immer in der Lage, laufende Rechnungen zu bezahlen und habe keine Schulden. Doch trotz wiederholter hartnäckiger Bemühungen plündere ich leider immer wieder mein Sparkonto – zu “Luxuszwecken”, nicht für Rechungen.
Nun hat mir meine Bank vorgeschlagen, einen Fondsparplan zu machen. Ich würde gerne mittelfristig sparen, auf eine grössere Reise hin, wie auch längerfristig, im Sinne von 3a. Ebenfalls beraten lies ich mich von meiner Versicherung, welche mir eine Lebensversicherung vorgestellt hat. Nun meine Fragen:
Was halten sie von Fondsparplänen?
Eignet sich die Bank oder die Versicherung besser, für eine 3. Säule (3a) abzuschliessen?
Ich könnte monatlich einen kleineren Geldbetrag beiseite legen. Auf das Geld, welches ich sparen möchte, wäre ich nicht angewiesen.
Nicole H. 26, BE
Antwort:
Fondssparpläne sind eine gute Sache, wenn man das Geld, das man dort anlegt nicht braucht. Ein Vorteil ist, dass man langsam ansparen kann. Durch die häufigen Einzahlungen, verteilt sich auch das Risiko zum schlechtesten Zeitpunkt investiert zu haben.
Wichtig ist, dass Sie sich bezüglich des Risikos, das Sie eingehen wollen klar sind. Fondsparpläne investieren in Fonds und diese in Aktien und Obligationen und verschiedene Währungen. Diesen Beitrag weiterlesen »
Mittelfristige Anlage
Frage:
Grüezi Frau Zwicky
Ich hätte die Möglichkeit mittelfristig CHF 10′000.– und USD 20′000.– anzulegen.
Anlagedauer: 1 – 3 – 5 Jahre max.
Welche Anlagen können Sie mir empfehlen?
Vielen Dank für Ihre Antwort.
Carole B., 49, LU
Antwort:
Es ist eigentlich nicht möglich aufgrund der Angaben eine Empfehlung abzugeben. Es wäre gut wenn Sie sich beraten lassen. Überlegen Sie, welches Risiko Sie eingehen möchten. Mit wieviel Verlust können Sie leben – gibt es noch weitere Anlagegelder, wie sieht Ihre gesamte finanzielle Situation aus. Ohne diese Angaben muss man unbedingt auf Nummer sicher gehen. Zudem sind 1 und 3 Jahre für risikoreichere Anlagen zu kurz, 5 Jahre eher an der Grenze. Deshalb würde ich für 1-3 Jahre unbedingt Obligationen in CHF mit einer guten Qualität der emittierenden Firma (AAA, AA, A) und einer kurzen Laufzeit mit einem Preis bei 100 empfehlen . Der Zins ist zwar niedrig, aber ebenso die Preissteigerung mindestens im Moment. Die USD würde ich dann in CHF wechseln, wenn Sie unbedingt darauf angewiesen sind. Niemand kann die Währungen präzise prognostizieren und es kann durchaus sein, dass der USD weiter sinkt.
Meiden Sie strukturierte Produkte. Ausser Sie verstehen genau was in welchem Fall passiert, denn häufig ist der schöne Zins mit hohen Risiken verbunden.
BVG-Abzug
Frage:
Ich habe eine Frage zur Pensionkasse: Mein Lohn beträgt brutto 5900 CHF. Davon werden mir 140 CHF für die Pensionskasse abgezogen. Ist das gesetzlich in Ordnung oder ist es zu wenig? Wie sieht es mit dem Minimum für das BVG für diesen Lohn aus? Danke…
Ian F., 28, ZH
Antwort:
Die erste Säule ist die AHV und die ersten 20′520 CHF werden dort abgedeckt. Wer mehr verdient und angestellt ist, muss bei einer Pensionskasse versichert werden. Das vorgesehene Maximum für dieses Obligatorium ist aktuell 82′080 CHF (jeweils drei Mal die maximale AHV-Rente). Von Ihrem Jahreslohn wird der sogenannte Koordinationsbetrag abgezogen (23′940 CHF). Von der Differenz (46′860 CHF) wird ein Beitrag an die Pensionskasse geleistet, die je nach Alter zwischen 7 und 18% liegen und hälftig vom Arbeitgeber und Arbeitnehmer eingezahlt werden. Der Arbeitgeber kann auch mehr als 50% übernehmen. Die 140 CHF könnten also stimmen. Wenn Sie Zweifel haben, fragen Sie bei der Pensionskasse nach, welche Ihr Pensionskassenguthaben verwaltet, bis Sie die Situation genau verstehen - denn es geht um Ihre Altersvorsorge. Sie erhalten auch jeweils nach Jahresende eine Übersicht über Ihre Situation bei der Pensionskasse, welche Sie ebenfalls genau anschauen sollten.
Mittagessenkosten
Frage:
Unsere Nachbarin kommt zu uns zum Mittagessen, normal Menü. Frage: was dürfen wir Verlangen.
Fritz, 67, AG
Antwort:
Ich nehme an Ihre Nachbarin kommt regelmässig zu Ihnen zum Essen und es handelt sich beim Mittagessen um die Hauptmahlzeit.
Die Budgetberatung Schweiz schlägt CHF 5.50 bis CHF 7.00 vor, wenn Sie für die Arbeit nicht entschädigt werden möchten. Soll Ihre Arbeit auch berücksichtigt werden, liegt der Vorschlag bei CHF 10.00 bis CHF 13.00.
Eigene Wohnung und knappes Budget
Frage:
Hallo Frau Zwicky
In weniger als zwei Wochen ziehe ich von zu Hause aus – eigentlich eine super Sache, wie ich finde. Doch nun kommt das liebe Geld ins Spiel. Ich habe die Handelsmittelschule mit Berufsmatur abgeschlossen und bereits 1.5 Jahre Berufserfahrung gesammelt. Allerdings nur in Praktika, das laufende endet denn auch diesen Juli. Natürlich bin ich schon auf Stellensuche, doch die verläuft nicht sehr erfolgreich, da Leuten in meinem Alter wirklich fast nur Praktika angeboten werden. Ich freue mich darauf, selbstständig zu sein und Verantwortung zu übernehmen, weiss allerdings auch, dass ich mit ca. 1′800 CHF nicht weit komme. Meine Mutter kann mir nichts beisteuern, mein Vater ebenfalls nicht.
Meine Frage ist nun: wie kann ich es verhindern, jeden Monat ins Straucheln zu kommen und doch unabhängig zu sein mit dem wenigen Geld, das mir zur Verfügung steht? Bisher habe ich schon alles ausser der Miete selbst bezahlt, doch ich fürchte, dass nun das Budget extrem knapp wird. Ich hoffe, Sie können mir vielleicht ein paar Tipps geben, wie ich meine Finanzen am besten im Griff behalte.
Vielen Dank im Voraus.
Helena, 20 BE
Antwort:
Es ist wirklich sehr schön auf eigenen Beinen zu stehen – endlich selber machen zu können und keiner redet einem drein. Wie Ihre Frage zeigt, ist Ihnen bewusst, dass Sie mit Ihrem Einkommen haushalten müssen, um auch Ende Monat noch gut dazustehen. Es wird sicher nicht einfach sein, aber es ist durchaus möglich.
Wenn Sie gerne mit jemandem über Ihr Budget reden würden, Diesen Beitrag weiterlesen »
Gold
Frage:
Seit einiger Zeit beobachte ich den Goldpreis. Da ich vorsichtig investieren möchte, nehme ich von Aktien Abstand. Nun ist der Goldpreis im letzten Jahr stark gestiegen. Soll ich trotzdem noch Gold kaufen? Mein Bauchgefühl sagt ja.
Andrea, 50, BS
Antwort:
Gold war früher in jedem Depot Pflicht. Dann kamen die 90er Jahre und Gold dümpelte vor sich hin und wurde neben den neuen derivativen Produkten als „langweilig“ empfunden. Das ist es keinesfalls und es hat auch weiterhin seine Berechtigung in gängigen Anlagekonzepten. Allerdings ist Gold nicht nachhaltig im ökologisch, sozialen Sinn, da beim Abbau die Umwelt immer noch geschädigt wird und viele Minenarbeiter unter schlechten Bedingungen arbeiten.
Der Goldpreis ist abhängig von Angebot und Nachfrage nach Gold. Das Angebot hängt von den Fördermengen der Goldminen und in den letzten Jahren zudem von der Verkaufspolitik der Zentralbanken ab. Die Nachfrage wird durch die Schmucknachfrage, die Industrie und die Investoren bestimmt. Die Industrie macht nur einen kleinen Teil der Nachfrage aus. In Indien und China trägt man auch heute mindestens bei weniger wohlhabenden Personen das Vermögen in Form von Goldschmuck am Arm. Diesen Beitrag weiterlesen »
Schritt in die Selbständigkeit
Frage:
Ich möchte gerne in Kürze (1/2-1 Jahr) ein Geschäft eröffnen. Ich bin mir sicher, dass mein Geschäft laufen wird, da ich genügend Stammkunden habe. Ich brauche einfach ein Bisschen Starthilfe. Wie soll ich vorgehen?
Seraina, GR, 29
Antwort:
Selber Unternehmerin zu werden braucht Mut, Engagement und Durchhaltewillen. Der Entschluss in diese Richtung zu gehen will sorgfältig überlegt und vorbereitet sein. Der Aufbau eines eigenen Geschäftes erfordert häufig lange Tage und kurze Nächte – und man muss mit der Unsicherheit umgehen können. Sie sind vielleicht zum ersten Mal im Leben ganz auf sich allein gestellt – und müssen zum Start vom Chef bis zur Putzfrau alles übernehmen und professionell erledigen. Diesen Beitrag weiterlesen »
Wie und wieviel sparen?
Frage:
Neuerdings kann ich es mir leisten, monatlich einen Teil meines Lohns auf die Seite zu legen. Wie soll ich sparen – und wie viel?
Antwort:
Es ist ein gutes Gefühl, wenn man etwas auf die hohe Kante legen kann. Damit es so bleibt, ist Disziplin notwendig. Als erster Schritt ist die Erstellung eines Budgets hilfreich. So können Sie prüfen, ob der Überschuss schwankt und grössere Ausgaben wie etwa Steuern oder Ferien ein Loch in die Kasse reissen. Einige grössere Ausgaben, wie die oben erwähnten, fallen periodisch an und können geplant werden. Es empfiehlt sich, jeden Monat für diese Auslagen etwas auf die Seite zu legen. Für Unvorhergesehenes ist es sinnvoll, eine Reserve in Höhe der Auslagen von etwa vier Monaten anzulegen. So stressen weder Zahnarztrechnung noch Reparaturen oder eine Ersatzanschaffung übermässig. Haben Sie das Töpfchen für alle regelmässigen und periodischen Aufwände gedeckt, können Sie das sparen, was übrig bleibt.
Wählen Sie zum Start Sparmöglichkeiten, die Sie in Ihren Plänen nicht einschränken. Erst wenn ein Grundstock so angespart ist, sollte man sich länger binden.Viele Infos dazu finden Sie auf Budgetberatung.ch – mit Links, Onlinetools
und Adressen.
Diese Frage wurde in der annabelle 12/10 publiziert.
Einzahlung Pensionskasse
Frage:
ich bin mir am Ueberlegen, ob ich ca. Fr. 19′000.– einzahlen soll in meine Pensionskasse, damit ich schon mit 63 Jahren pensioniert werden könnte. Gemäss Auskunft der Pensionskasse muss ich dann aufhören und kann nicht weiterarbeiten, falls mein gespartes Geld für die frühere Pensionierung nicht reicht …
Sie haben mir mitgeteilt, dass sonst das einbezahlte Geld in der Pensionskasse bleibt und verteilt wird??
Ich habe schon ein 3. Säule-Konto angelegt, aber erst vor 3 Jahren.
Danke vielmals für Ihre Antwort.
Sabine, 50, ZH
Antwort:
Ganz offenbar ist die Antwort der Pensionskasse nicht präzise ausgefallen. Es scheint mir nicht korrekt, unvollständig und die Antworten könnten vermischt zu verschiedenen Ihrer Fragen gegeben worden sein.
Fragen Sie unbedingt nochmals nach und zwar bis Sie verstehen, was gemeint ist. Es kann gut sein, dass es dazu mehr als einen Anlauf braucht. Vollziehen Sie das was Ihnen gesagt wurde nach der Erklärung nochmals nach. Bestehen weitere Fragen, scheuen Sie sich nicht nochmals zu Fragen. Sie sind die Kundin der Pensionskasse.
Viele Antworten finden Sie auch schon auf ihrem Versicherungsausweis und im Reglement der Pensionskasse.
Es kann sein, dass Sie nicht den ganzen Betrag einzahlen können, weil es bei Ihrer Versicherungslösung und Ihrem Lohn eine Begrenzung gibt. Dann bleiben Ihnen die Säule 3a (steuerbegünstigt) und das selbständige Sparen (flexibel).


Beatrice Zwicky ist Leiterin Anlagekunden bei Forma Futura Invest AG. Die studierte Volkswirtschafterin beantwortet in diesem Blog Ihre persönlichen Fragen rund ums Geld.